Guido Hammesfahr
und Julia Peters

im Interview mit Nils-Ole Homann

Löwenzahn-Folge

Der Fallschirm
Aus luftigen Höhen zu Boden schweben
Fragen an die Producerin Julia Peters:

Momo: Wer hat die Ideen zu den Inhalten der Folgen? Haben die Zuschauer auch die Möglichkeit Wünsche über die Inhalte zu äußern?

Die Ideen für die Folgen „Löwenzahn“ (ZDF tivi) entstehen in Teamarbeit von der ZDF tivi-Redaktion, der Produktion und den AutorInnen. Diese bereiten Themenvorschläge vor, allerdings hat Guido auch die eine oder andere Idee. Größere Themenkomplexe wie beispielsweise „die Stimme“ werden dann in einzelne Folgen zerlegt, z.B. der anatomische Teil oder einzelne Sprachen. Es gibt nach wie vor auch viel Zuschauerpost. Da stellen die Kinder dann Fragen wie zum Beispiel „Können Schiffe rückwärts fahren?“ Kürzlich wollte ein Kind bei „Löwenzahn“ mehr über das Thema „Schnee“ erfahren. Leider war das ziemlich schwierig, weil „Löwenzahn“ ja nicht im Winter gedreht wird. Das ZDF versucht aber auch durch Umfragen in Schulklassen interessante Themen herauszufinden und nachzuvollziehen, was wirkliche Themen für Kinder sind.

Momo: Wie lange dauert die Produktion einer Folge von der Idee bis zum Erscheinen bzw. bis zum fertigen Dreh?

Von der Idee über den Dreh und das Einsprechen der Einspielfilme im Studio bis zur Fertigstellung des Films dauert es rund ein Jahr. Gedreht wird von Mai bis September. Im Sommer gibt es eine kleine Drehpause.

Momo: Wie viele Mitarbeiter arbeiten an der Produktion einer Folge?

Beim Dreh sind ca. 24 Mitarbeiter beteiligt. Das „Löwenzahn“- Team arbeitet schon lange eng zusammen, es ist eingespielt und fast schon eine kleine Familie. Gedreht wird auch wenn es regnet, so wie das im letzten Sommer oft der Fall war.

Momo: Sind auch Kinder in die Produktion involviert?

Es ist eine Fernsehproduktion für Kinder, deswegen muss der Regisseur auch eine Affinität zu Kindern haben. Wenn Schauspielkinder beim Dreh dabei sind, sind diese natürlich auch mal etwas aufgeregt. Guido ist da aber der absolute Eisbrecher! Er bewegt sich auf der Ebene der Kinder und gibt ihnen ein tolles Gefühl. Ob Schauspielkinder eingesetzt werden, hängt von der Geschichte ab, die in der jeweiligen „Löwenzahn“- Folge erzählt wird. Zu jeder Folge schreiben die Autorinnen ein Drehbuch mit allen Dialogen aus dem Film.

Fragen an Guido Hammesfahr (Fritz Fuchs). Sein Hund heißt „Keks“.

Momo: Nun wird in dieser Folge zum Thema „Fallschirm“ gedreht. Da ist es naheliegend Sie zu fragen, ob Sie selbst schon einmal einen Fallschirmsprung gemacht haben?

Nein, einen Fallschirmsprung habe ich noch nicht gemacht – noch nicht.

Momo: Um so eine Folge authentisch zu präsentieren, muss man sich ja mit den physikalischen Prinzipien auskennen. Sind Ihnen diese Erkenntnisse „in die Wiegegelegt“ worden oder müssen Sie einige auch wieder lernen?

Ein physikalisches Verständnis ist da und auch das Interesse immer wieder etwas Neues zu entdecken und zu lernen.

Kommentar Momo: Beispielsweise hat Guido selbst mit Hilfe einiger Schiffsbauer ein altes Holzschiff restauriert. Natürlich muss er sich aber auf bestimmte Themen vorbereiten, besonders unter dem Aspekt, die Kinder neugierig zu machen und eine Lösung für das Problem zu finden.

Momo: Wie erhalten Sie Ihre Lebendigkeit von Folge zu Folge? Wird man nicht irgendwann „Löwenzahn-müde“?

Durch die eigene Neugier, neues Wissen zu erlangen, aber auch durch die immer neuen Themen, wie z. B. „Integration“ und „Sprache“, bleibt es immer spannend, auch durch die Arbeit mit den Regisseuren und die Möglichkeit, von Mai bis September draußen zu sein und zu arbeiten.

Kommentar Momo: Nach 11 Jahren entwickelt sich Guido Hammesfahr immer noch weiter und kann sich bei bestimmten Szenen genau vorstellen, wie der Schnitt oder die Kameraperspektive sein soll. Die Geschichten, die bei „Löwenzahn“ erzählt werden, sind aufwendig produziert, und man hat immer den Anspruch an sich selbst, diese perfekt zu meistern.

Keks, der Hund, der auf den Fotos zu sehen ist, ist ein Berner Sennenhund.

Keks ist gerade einmal 15 Monate alt. Deswegen muss Keks auch
noch ein bisschen üben und seine Hundetrainerin muss aufpassen,
dass er auch alles richtig macht.